Mittwoch, den 24. Februar 2010 um 13:05 Uhr
Sind wir schon «3D ready» ?
Vor fünf Jahren war es endlich soweit: wir waren "HD ready". Das verheißungsvolle Label klebte an allen Geräten, die in der Lage waren mindestens 720p darzustellen. Endlich konnten wir loslegen, die ersten Blu-Rays kamen auf den Markt, die DVD-Sammlung skalierte sauber hoch und HDTV war bereits angekündigt. Nicht leicht waren allerdings die Erklärungsversuche vieler Väter, als 2006 das Full HD-Label durch die Medien-Märkte fegte.Â
Der Traum von der raschen "HD Bereitschaft" zerplatzte wie eine Seifenblase – trennte doch das goldene Logo die digitale Spreu vom Weizen. Und kaum das die private Filmwelt mit dem Full HD-Siegel vergoldet wurde, hält die Branche wieder einen neuen Standard bereit: "3D ready". Ein Bereitschafts-Déjà -vu ist vorprogrammiert, denn wer jetzt schon mit seinem Heimkino in die dritte Filmdimension vordringen möchte, hat eine Menge zu investieren und viel zu verlieren. Wie schon fünf Jahre zuvor wird die endgültige Fassung – also der Full HD 3D-Standard – erst nachgereicht.
Die noch recht günstigen 3D ready-Projektoren verwenden meist Nvidias "3D Vision"-Technologie, benötigen aber einen PC mit entsprechender Grafikkarte und eine Shutterbrille die jeweils 60 Einzelbilder pro Auge generiert. "3D-ready" ist auch die maximal darzustellende Auflösung von nur 1280x720 Pixeln (720p). Den ersten Full HD 3D-Projektor präsentierte LG jüngst auf der CES 2010. Das Besondere: die integrierte Dual Engine nutzt ein Verfahren, bei dem zur 3D-Darstellung nur eine einzige Linse benötigt wird. Ein Linsenvorsatz soll ebenfalls nicht nötig sein. Preislich bewegt sich das Gerät aber in weitaus höheren Regionen!Â
Was aber unterscheidet eigentlich einen Full HD 3D-Projektor von einem, der lediglich bereit für die neue stereoskopische 3D-Erfahrung, sprich "3D ready" ist? Grundsätzlich verwendet die Full HD 3D-Technologie 60 Einzelbilder (60 Hz) für das linke und rechte Auge mit einer Auflösung von jeweils 1.920 x 1.080 Pixeln (1080p) – deshalb die viel beworbenen 120 Hz. Auch müssen Full HD 3D-Projektoren die HDMI 1.4 Spezifikation erfüllen, da erst die Kommunikation mit dem 3D Blu-Ray Player ermittelt, welcher 3D-Standard übertragen werden soll: zwei Perspektiven gleichzeitig nebeneinander, zwei Perspektiven hintereinander oder ein Bild mit einer Tiefeninformation. Wahrscheinlich wird der Endkunde dazu verschiedene 3D-Brillen bereit halten müssen – je nach Anwendung: Kinofilm, HDTV oder Videospiel. Der Full HD 3D-Blu-Ray Player muss ebenfalls HDMI 1.4 tauglich sein, da die jeweils richtige stereoskopische Bildtrennung per Hardware-Chip an den Projektor verschickt wird. Aktuelle 3D Blu-Ray Player unterstützen dieses Verfahren jedoch nicht. Die Kennzeichnung lautet "3D ready".Â
Wenn aber die Kommunikation zwischen den Geräten richtig funktioniert, dann sind wir auch wirklich 3D ready – doch bis dahin bleibt abzuwarten mit welchem Label die EICTA entsprechende AV-Geräte in Zukunft kennzeichnen wird.
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