Dienstag, den 23. November 2010 um 17:36 Uhr
Kleine OLED ganz Gross?

Große heimkinotaugliche OLED-Displays wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geben. Im Gegensatz zu den spannungsgesteuerten LCDs brauchen OLEDs eine aktive Stromsteuerung, um die erforderliche Elektrolumineszenz zu erzeugen. Bei kleinen OLED-Bildschirmen (Organic Light Emitting Diode) ist der Steueraufbau noch verhältnismäßig leicht in den Griff zu kriegen, so kann die Pixelsteuerung über eine nur zwei Leiterbahnen umfassende Passivmatrix erfolgen. Ähnlich der "Light-Cycles" aus Disneys Tron treffen sich die horizontalen und vertikalen Lichtleiterbahnen am Kreuzungspunkt und ein Pixel leuchtet auf.

OLEDs vollaktiv
Für große OLEDs reicht dieser simple "Pixel-Crash" nicht aus. Der Grund ist einfach: größere Bildschirmflächen erfordern längere Leiterbahnen und benötigen dafür mehr Energie. Die eingesetzte ITO-Flächenelektrode ist damit allerdings überfordert – dem Licht geht auf halber Strecke die Energie aus – eine partiell leuchtende Leiterbahn wäre das Ergebnis. Eine Lösung sind Aktivmatrix-OLEDs: jedes Pixel wird aktiv über einen eigenen Transistor adressiert, was vier Leiterbahnen nötig macht. Der Elektronikkonzern Samsung vertreibt diese Technik unter der Bezeichnung AMOLED. Die notwendige gleichzeitige Bereitstellung von Schaltsignalen und Versorgungsstrom treibt allerdings die Herstellungskosten solcher Panels weiter in die Höhe. Derzeit sind 4,5 Zoll mit WVGA-Auflösung (800 x 480 Pixel) State-of-the-Art.

Das eigentlich visionäre an AMOLED ist aber die Biegsamkeit. Laut Hersteller soll das Display auf einem Radius von einem Zentimeter zusammengebogen werden können, ohne dass die Bildqualität darunter leidet.
Laserbahnen
Anstelle von energiemüden Leiterbahnen setzen die Wissenschaftler vom Fraunhofer Institut für Lasertechnik extrem feine Laserleiterbahnen ein. Um mehr als 50 Prozent schmalere Leiterbahnen sollen in Zukunft Licht ins Dunkel der OLED-Energieversorgung bringen. Ob und wie gut das funktioniert wollen die Forscher in ein bis zwei Jahren durch kostengünstige Serienfertigung beweisen.

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